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Der Funktionaloptometrist

Gut Sehen ist mehr als ‚scharf Sehen‘. Unsere Augen müssen nicht nur in der Lage sein zu fokussieren und einzustellen, vielmehr noch soll die Information, die sie aufnehmen, soll zu einer verständnisvollen Gesamtheit umgesetzt werden. Gut zu sehen ist ein Lernprozess, bei dem visuelle Fähigkeiten entwickelt und aufeinander abgestimmt werden.

Welche visuelle Fähigkeiten?

  • eine geschmeidige Augenmotorik,so dass die beiden Augen in der Lage sind, sich fließend und ohne zusätzliche Kopf- oder Körperbewegung einem bewegenden Gegenstand zu folgen.
  • beide Augen müssen wie ein Team zusammenarbeiten, um an der gleichen Stelle fixieren zu können, um so ein scharfes Sehen zu erhalten.

  • Tiefenwahrnehmung ergibt sich aus einem perfekten Zusammenspiel beider Augen.

  • Fokussierung der Augen in verschiedenen Abständen, vielfältig und flexibel.

  • das periphere Sehen, das notwendig ist, um auf einen Blick den Ort, wo wir uns befinden, beobachten zu können. Auch beim Lesen soll das periphere Sehen aktiv sein, um die Stelle auf dem Blatt nicht zu verlieren.

Der Behavioral Optometrist

All diese Funktionen leiten die von den Augen aufgenommenen Informationen weiter. Diese Informationen werden im Gehirn weiter verarbeitet, wobei Visualisierung und visuelles Gedächtnis eine wichtige Rolle spielen. Ein Funktionaloptometrist (Behavioral Optometrist) wendet verschiedene Tests an, um diese Funktionen zu untersuchen. Somit erhält er einen Einblick in die Problematik der betreffenden Person.

Visuelle Beschwerden werden oft bagatellisiert; jedoch sind die Augen und das Sehen unser wichtigstes Sinnesorgan und Arbeitsmittel, um effizient den zahlreichen Anforderungen in unserer Studien- und Arbeitsumgebung zu entsprechen und sie bewältigen zu können.

Visuelle Beschwerden können auftreten als:

Verschwommenes Sehen/ doppelt Sehen/ Ermüdung der Augen/ trockene, gereizte Augen/ Schwachsichtigkeit/ schielende Augen/ kein oder eingeschränktes 3-D-Sehen/ Kopfschmerzen/ Konzentrationsstörungen/ Leseschwierigkeiten/ …

In diesen Fällen ist ein Besuch bei einem Funktionaloptometristen (Behavioral Optometrist) zu empfehlen! Dieser Profi kann das Problem mit Visualtraining (Vision Therapy) und/oder „Syntonic Optometrie“ (Farblichtanwendung) anpacken.

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Lerne bewusst
zu sehen

Oft können bestimmte visuelle Beschwerden nicht vollständig von nur einer Brille oder Kontanktlinsen aufgehoben werden, weil Augenbeschwerden häufig in ihrer Grundlage an einer falschen Verwendung der Augen liegen. Hierdurch entsteht visueller Stress. Dies begrenzt das Durchhaltevermögen der Augen. Die Augen werden schneller ermüdet sein und dadurch nicht mehr in der Lage, die gewünschten Aufgaben effizient auszuführen.

Bei viel Bildschirmnutzung, sowie bei übermäßigem Schauen auf Computer, Smartphones oder Tablets stehen die Augen unter Spannung, weil man für gewöhnlich zu lange in einer falschen Entfernung sieht. Der Funktionaloptometrist wird auch in diesem Bereich den notwendigen Rat geben (visuelle Hygiene), um zu einer besseren und bewussteren Nutzung der Augen zu gelangen.

Darüber hinaus bietet der Funktionaloptometrist Visualtraining an, wenn die Messungen zeigen, dass die getesteten visuellen Fähigkeiten nicht ausreichend entwickelt sind. Das Sehen wird von einem Lernprozess entwickelt; hier kann Visualtraining die Entwicklung steuern. Dieses Training besteht aus Augenübungen die dafür sorgen, dass Sie die Fähigkeiten erlernen, um Ihre Augen in einer bewussten Weise zu nutzen. So kommt man zu einem ermüdungsfreieren und bequemeren Sehen mit dem Ergebnis, dass das visuelle System länger und besser Leistung erbringen kann. Die unterschiedlichen visuellen Fähigkeiten werden ausgebildet und entwickelt und/oder mit Hilfe verschiedener Übungen und speziellem Trainingsmaterial verbessert.

Lerne bewusst zu sehen
Lerne bewusst zu sehen

Neben Visualtraining kann auch „Syntonic Optometrie“ (Farblichtanwendung) für die Behandlung spezifischer visueller Beschwerden angemessen sein. Diese Farblichtanwendung konzentriert sich auf das „in Balance bringen des Körpers“ durch die Verwendung von Farbfiltern mit bestimmten Wellenlängen, um somit die Funktionsstörungen zu beseitigen.

Der Funktionaloptometrist kann Ihnen das bewusste Umgehen mit den Augen lernen, wodurch sich die Komfortzone vergrößert und viel besser unter Stress gearbeitet und Leistung erbracht werden kann. Visualtraining  und/oder „Syntonic Optometrie“ (Farblichtanwendung) sorgt dafür, dass Reserven aufgebaut werden, die „bequem Sehen“ länger erlauben.

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Visueller Stress

Stress kommt durch andauernde Reize von außen zustande, die eine Reaktion auf den Körper und den Geist ausüben, mit möglichen Anpassungen auf körperlicher und/oder seelischer Ebene als Auswirkung.

Visueller Stress

Visueller Stress kommt, bedingt durch die erhöhten Arbeitsforderungen und Leistungen, viel häufiger vor, weil wir unsere Augen mehr und mehr und für längere Zeit nahe arbeiten / sehen lassen. Visueller Stress entsteht im Nahbereich. Der Grund dafür ist, dass unsere Augen von Natur aus auf weit Sehen eingestellt sind und nicht um andauernd nahe zu sehen.

Visueller Stress kann sich in Form von Augenschmerzen, Ermüdung der Augen, Spannungskopfschmerzen, trockenen Augen, gereizten Augen äußern.

Visueller Stress

Bei andauernden Beschwerden und andauernder Nahspannung (visueller Stress) werden die Augen sich an die negative Situation anpassen. Weil wir oft keine Reserven haben, um die visuelle Überaktivität auszugleichen, wird die Struktur und das Funktionieren der Augen darunter leiden. Demzufolge kann man unter anderem allmählich kurzsichtig werden oder Probleme mit der Scharfeinstellung auf mittlere Entfernungen (= Computerdistanz) erfahren. Zudem kann es vorkommen, dass die Zusammenarbeit der beiden Augen diese Reizüberflutung nicht bewältigen kann. Dieser Zustand kann dann in ein unregelmäßiges Zusammensehen der zwei Augen (Strabismus) übergehen oder sogar in ein Unterdrücken eines der beiden Augen, wodurch ein reduziertes Stereosehen ( 3D-Sehen) entsteht.

Visueller Stress kann wesentlich vermindert oder sogar beseitigt werden, wenn man die richtige Sehhaltung anwendet und man mittels Augenübungen und/oder „Syntonic Optometrie“ (Farblichtanwendung) am Aufbau von Reserven arbeitet. Mit Reserven meint man, dass das visuelle System die nötigen Fähigkeiten entwickelt, die sicherstellen, dass auch unter Stresssituationen effizientes Sehen dauerhaft möglich ist.

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Die empfindlichste
Gruppe

Leistung in der Schule erfordert sowohl visuell als mental ein beträchtliches Durchhaltevermögen, da die schulischen Tätigkeiten sich hauptsächlich im Nahbereich zutragen und hier eine hohe visuelle Anstrengung erforderlich ist. Oft kommt es vor, dass ein Kind dies nicht mehr bewältigen kann, was sich in den verschiedensten Formen äußern kann:

Die empfindlichste Gruppe

verschwommenes Sehen beim Lesen; wenig bedeutungsvolles Lesen; den Text zu nahe halten; den Kopf zu stark senken; kurze Aufmerksamkeitsspanne; Wörter und/oder Sätze überspringen; Ziffern und/oder Buchstaben verdrehen; Stelle im Blatt verlieren; ein Auge abdecken beim Lesen; Kopfschmerzen bei Naharbeiten; schlampige Handschrift; schlechte Auge-Hand-Koordination.

Diese Symptome können auf ein unter Spannung stehendes visuelles System deuten,  welches der erwarteten Leistung nicht standhalten kann.

Die empfindlichste Gruppe

Kinder besitzen grundsätzlich ein flexibles visuelles System, aber durch andauernde Einflüsse externer Faktoren können visuelle Beschwerden zu strukturellen visuellen Anpassungen übergehen. Zu diesen visuellen Adaptationen gehören unter anderem: Kurzsichtigkeit, Astigmatismus, Schielen in verschiedenen Graden und Formen.

Diese visuellen Beschwerden können auch schulische Probleme verstärken. Die Informationen, die ein Kind über die Augen aufnimmt, werden im Gehirn in ein sinnvolles Ganzes interpretiert. Möglicherweise weniger entwickelte visuelle Fähigkeiten des Kindes werden zur Folge haben, dass die Informationen nicht auf eine effiziente Weise das Gehirn erreichen, so dass das Wahrnehmungsvermögen minderwertig verarbeitet. Je früher diese schlecht funktionierenden Fähigkeiten erkannt werden, desto größer ist die Chance auf einen Erfolg nach einem Visualtraining und/oder einer „Syntonic Optometrie“ (Farblichtanwendung)  beim Funktionaloptometristen.

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„Digital Eye“
Beschwerden bei
der Arbeit

Effiziente Leistung bei der Arbeit, vor allem bei viel Computerarbeit, kann verhindert werden, weil die Augen die erforderlichen Anstrengungen nicht beständig liefern können. Vor allem die falsche Körperhaltung und der verkürzte Betrachtungsabstand während der Bildschirmnutzung sind zum Teil der Grund hierfür.

Das visuelle System, das überlastet wird, wird vorerst temporäre Beschwerden aufweisen, die dann durch andauernden Nahstress zu visuellen Beschwerden führen können:

  • trockene Augen
  • reduzierte Blickfrequenz 
  • Spannungskopfschmerzen
  • verminderte Konzentrationsfähigkeit
  • eine mühsame Scharfeinstellung beim abwechselnd weit und nah Sehen
  • brennende, gereizte Augen
  • unbequeme, ermüdete Sicht
  • verschwommenes Sehen bei andauernder Computerarbeit
  • verminderte visuelle Ausdauer
„Digital Eye“ Beschwerden bei der Arbeit
„Digital Eye“ Beschwerden bei der Arbeit

Wenn die übermäßige Naharbeit am Computer und/oder anderen digitalen Bildschirmen weiter anhält, können die dadurch entstandenen Beschwerden eine größere Wirkung auf das visuelle System haben.

Sogar auch körperliche Beschwerden können sich folgendermaßen manifestieren:

  • Kopfschmerzen
  • Nackenschmerzen
  • Schulter- und Rückenschmerzen

Diese Beschwerden sind auch oft mit einem verminderten Konzentrationsvermögen und einer allgemeinen Müdigkeit verbunden. Das Auftreten einer Anzahl dieser Beschwerden in Verbindung mit ausführlicher Computerarbeit und anderer digitaler Bildschirmnutzung, wird (das Wort „das“ bitte entfernen!) „Digital Eye“- Syndrom genannt.

Funktionaloptometristen gehen diese visuellen Störungen an durch Veränderung des Betrachtungsverhalten mithilfe des Visualtrainings oder der Lichttherapie.

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Visuelle Hygiene

Sowohl Schüler als auch die berufstätige Bevölkerung erleben oft einen unablässigen Leistungsdruck. Sie sitzen häufig viel zu lange in ein und derselben Haltung während der Naharbeit.

Eine korrekte Arbeits- und Schreibhaltung bei stressbedingten Aufgaben lässt oft zu wünschen übrig. Stundenlang nimmt der Körper eine Zwangshaltung ein und die Augen fixieren für gewöhnlich zu nahe. Das Sehen erfährt hierdurch Beschwerden.

Visuelle Hygiene

Der Grund dafür ist, dass die Augen wegen des verkürzten Betrachtungsabstands übertrieben fokussieren müssen. Auch die Zusammenarbeit zwischen den beiden Augen erfährt erhöhte Spannung, weil die Augen zu stark und zu lange nach innen gerichtet werden.

Dies sind zwei belastende Faktoren, die das visuelle System ständig unter Druck setzen, damit es der Naharbeit standhalten kann. Ein extra belastender Faktor ist das Sehen und Arbeiten auf mobilen Geräten, bei denen man viel zu häufig die korrekte Arbeits- und Schreibhaltung aus dem Auge verliert. Auch zu lange Arbeitszeiten auf diesen Bildschirmen ermüden die Augen.

Visuelle Hygiene

Der Funktionaloptometrist betont die Bedeutung der visuellen Hygiene! Das heißt, die Berücksichtigung der idealen Lese- und Schreibhaltung. Wenn man das Schreib-oder Lesematerial auf eine flache Ebene hält, wird man sich oft näher senken, um so das Angesicht parallel auf das Lesematerial zu richten. Dies ist ein natürlicher Reflex. Dies hat jedoch zur Folge, dass der ganze Körper sich so halten wird, dass der Abstand zwischen Augen und Arbeitsfläche verkürzt wird. Auch der Nacken wird dadurch überlastet.

Eine ideale Schreib- oder Lesehaltung erwirkt man durch das Arbeiten an einer Arbeitsoberfläche, die in einem Winkel von 20° angeordnet ist. Auf diese Weise ist das Sichtfeld parallel zur Betrachtungsebene. Dadurch wird der Druck auf die oberen Rückenwirbel und -bandscheiben bedeutend verringert, was eine bequemere Arbeitshaltung ergibt.

In Kombination mit dieser idealen Schreib- oder Lesehaltung muss auch der Abstand zwischen den Augen und der Arbeitsfläche beachtet werden. Der Abstand, der zwischen dem Angesicht und der Arbeitsfläche sein soll, um die visuelle Spannung zu vermindern, ist der Abstand zwischen dem Knöchel des Mittelfingers und dem Ellbogen.

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Digitale
Bildschirme und
das Sehen

Das Lese- und Blickverhalten hat sich in den letzten Jahrzehnten, insbesondere wegen der weltweiten Verbreitung von digitalen Bildschirmen, stark verändert. Das Leseverhalten hat sich weg von Büchern, Lektüren, Zeitschriften und dergleichen hin zu einem ständigen Sehen und Lesen auf einem Bildschirm an einem Computer, einem Tablet oder Smartphone entwickelt. Dies geschieht praktisch nonstop vom Aufwachen bis zum Schlafengehen.

Verschiedene amerikanische Studien zeigen, dass Kinder in einem Alter zwischen 8 und 18 Jahren durchschnittlich 4 Stunden / Tag auf digitale Bildschirme sehen. Die 20- bis 30-jährigen verbringen in der Regel ihre freie Zeit im Internet (Arbeit, Umstände, Spiele, Online-Shopping, E-Mails, SMS-Nachrichten und Apps), was mit durchschnittlich 9 Stunden / Tag auf digitale Bildschirme sehen einhergeht.

Dies führt zu einer schweren Belastung und das unter Druck setzen der Augen.

Digitale Bildschirme und das Sehen
Digitale Bildschirme und das Sehen

Welche Unterschiede gibt es zwischen dem Sehen auf digitale Bildschirme und Hardcopy (gedrucktes Lesematerial):

  • Der stark verkürzte Leseabstand; gewöhnlich wird auf Smartphones und Tablets in einer Entfernung zwischen 20 cm und 30,5 cm gesehen. Bei gedrucktem Text wendet man einen Abstand von mehr als 33 cm an.
  • Es wird weniger mit den Augen geblinzelt (7 Mal/min.) und das Bewegen der Augen wird im Vergleich zum Lesen mittels Hardcopy (15 Mal/min.) stark eingeschränkt.
  • Viel zu lange Lesezeiten im Vergleich zum gedruckten Material, da die vielen Anwendungen, die das Internet bietet, den Benutzer geräteabhängig machen.
  • Übermäßige Exposition gegenüber blauem Licht, das die LED-Bildschirme ausstrahlen,was einerseits die Symptome von visuellem Stress mit allen Nebenwirkungen (siehe „Digital Eye“-Syndrom) verstärkt und andererseits das Auftreten von Schlafstörungen erregt, weil weniger des Schlafhormons Melatonin produziert wird.

Diese prägnanten Unterschiede führen in der Konsequenz zum Aufbau von visuellem Stress, möglichen visuellen Beschwerden, körperlichen Beschwerden und Konzentrationsstörungen.

Erwägen Sie das Einschalten von Pausen. Nach 20 Minuten Bildschirmnutzung sollten Sie 20 Sekunden lang auf eine Entfernung von 6 Metern sehen!

Oder noch besser: erlegen Sie sich eine digitale Entgiftungsperiode auf!

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